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Neuigkeiten für Schüler, Eltern und Lehrer

Concepta Ndinda Kilu – eine durchsetzungsfähige Schulleiterin –

Ein Porträt von Lea Hellé und Jakob Tackenberg

Wir lernten die Schulleiterin Concepta Ndinda Kilu (54) in Musalala, einem kleinen Dorf ca. 150 km südöstlich von Nairobi gelegen, kennen, wo sie unsere Partnerschule, eine Primary und Secondary School leitet. Im Gespräch mit ihr erzählte sie uns, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und ihre Mutter mit sieben Jahren verlor. Erst nach dem Tod ihres Vaters 1975 lernte sie ihre älteren Geschwister kennen, die sie erst nicht erkannte, da der Alters-unterschied zu ihrem ältesten Bruder 22 Jahre betrug.

 

 

 

Lea Hellé, Concepta Kilu, Jakob Tackenberg

Sie wuchsen nun bei der 1972 angeheirateten Stiefmutter auf. Da die Familie wenig Geld hatte, war es ihr nicht möglich, in den Kindergarten zu gehen, deshalb besuchte sie nur sieben statt der üblichen acht Jahre die Primary School.

Sie fand es immer unfair, arm zu sein, obwohl sie die Beste in ihrem Jahrgang war; sie hatte nicht einmal Schuhe für die Schule. Das war unter anderem ein Grund, wieso sie mit ihren Geschwistern oft nach Hause geschickt wurde. Die Lehrer dachten wohl, sie könne in der Schule nicht mithalten, dies war jedoch nicht der Fall. Die anderen Mitschüler bewunderten ihre Beharrlichkeit.

So erkämpfte Concepta Kilu sich auch den Besuch der Secondary School, sie war dort Internatsschülerin. Ihre Lehrer haben sie in verschiedensten Bereichen unterstützt. Zu Besuchstagen war sie immer alleine.

Nach dem Schulabschluss studierte sie Geographie und Hauswirtschaftslehre. Auf Grund ihrer besonderen Leistungen wurde sie von der Bezirksregierung ausgewählt und durfte fortan an der Precious Blood Secondary School unterrichten. Dieses kirchliche Internat gehört zu den landesweit angesehensten Schulen.

2011 wurde sie Schulleiterin in der Musalala Secondary School. Sie fing an, die Schule nach und nach zu erweitern, da Secondary und Primary School sich Räumlichkeiten und Material teilen mussten. Durch deutsche Partnerschaften und die Unterstützung des Staates war es ihr möglich, Klassenräume, Toiletten, Brunnen, Wassertanks und einen Verwaltungstrakt aufzubauen.

Heute ist es ihr wichtig, dass ihre Schüler ohne Ablenkung lernen können, weswegen Mädchen und Jungen während der Unterrichtsstunden getrennt werden.

 

 

Christian Schlaud, Concepta Kilu während eines Schulfestes in Musalala

Jeden Freitag werden Jungen und Mädchen allerdings zusammen unterrichtet, wobei im Religionsunterricht die katholischen und evangelischen Schülerinnen und Schüler separat unterrichtet werden. Für die Protestanten kommt extra ein Pastor, für die Katholiken ein Pfarrer.

Concepta Kilus Motivation ist die Unterstützung der Dorfgemeinschaft, die ihr geholfen hat (z.B. wurden Steine und Sand für den Gebäudebau gebracht). Auch die Unterstützung des Staates empfindet sie als Motivation, da es als Frau schwierig sei, es bis zur Position einer Schulleiterin zu bringen.

Kilu ist verheiratet und hat vier Kinder. In ihrer wenigen Freizeit kocht sie gerne.

Immer wieder muss sie zu Meetings gehen, selbst unterrichten und sich darum kümmern, dass auch immer Unterrichtet stattfindet.

Jetzt gerade sind die Wassertanks leer und sie sorgt dafür, dass ihre Schüler trotzdem warme Mahlzeiten zu sich nehmen und trinken können. Dafür muss extern Wasser gekauft werden.

Seit 2010 unterstützt das KFG die Musalala Secondary School u.a. durch den Bau von zwei Klassenräumen, durch die Spende von Wassertanks sowie durch Patenschaften für Schüler.

Unser während des Interviews gewonnener Eindruck ist, dass sie eine humorvolle, sympathische und „taffe“ Person ist. Während sie jedoch mit den Lehrern und Schülern spricht, schlägt sie einen strengeren Ton an, denn sie möchte, dass der Schulalltag geregelt abläuft und alle miteinander respektvoll umgehen.

Deutsch-kenianische Schulpartnerschaft

Fußballspiel auf dem Bolzplatz der Musalala Secondary School

KFG-Schülerinnen in der Schuluniform der Musalala Secondary School.

Von links: Antonia Ehmig, Lara Hackenberg, Julie, Mackensen, Amelie Keck, Caroline Hoffmann-Becking, Katharina Fischer, Lea Hellé, Alice von Seidel