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Tagesreise nach Straßburg

Am frühen Morgen des 25. 05. 2019, bei zu dieser Zeit noch angenehmen Temperaturen, trafen wir uns am Bad Homburger Bahnhof und brachen nach Absprache nötiger Formalitäten, zu unserer Reise auf. Nach zwei- bis dreistündiger Fahrt mit vier verschiedenen Transportmitteln, darunter ICE, Regional-, Straßen- und Stadtschnellbahn, überquerten wir gegen 11 Uhr den Rhein, und damit auch die französische Grenze, sodass wir uns nach etwa 20 Minuten auf dem „Place de la Cathedrale“ befanden.  

Schon auf den ersten Blick fiel uns die mächtige Kathedrale auf, die sich in mitten der typischen elsässischen Häuschen über unseren Innenverzierungen zahlreiche ausländische Touristen, vor allem Deutsche, anlockte. Nach einigen Minuten Wartezeit in der prallen Sonne erhielten wir durch einen Seiteneingang Eintritt in die „Notre Dame de Strasbourg“, die sich, trotz ihres Namens, der normalerweise mit der pariser Kathedrale in Verbindung gesetzt wurde, schon bald als eines der größten gotisch- romanischen Sandsteinbauwerke ihrer Zeit entpuppte. Neben dem Hauptschiff bemerkten wir eine seltsam anmutende Säule, hinter der sich eine ominöse Uhr abhob. Inzwischen hatte sich eine große Traube aus Menschen gebildet, die sich rings um besagte Mysterien scharrten und auf den angekündigten Film zur Geschichte dieser, warteten. Dann, um punkt 12 Uhr, begann dieser auf einer heruntergefahrenen Leinwand und erzählte uns die faszinierende Historie dieser erstaunlichen Monumente. Die „Säule“ offenbarte sich als sogenannter „Engelspfeiler“, der eine der wenigen bildlichen Abbildungen des Jüngsten Gerichts darstellt, wobei Jesus in mitten vierer Engel nicht als kaltherziger Richter, sondern als göttlicher Erlöser der Menschen gezeigt wird.

Das absolute Highlight dieses Bereiches war jedoch die „Astronomische Uhr“. 1574 erbaut, nach der Revolution von 1789 stillgelegt und 1842 von Jean- Baptiste Schwilgué mit einer atemberaubend präzisen Technologie erneut zum Leben erweckt, ist dieses Meisterwerk der Kunst, Astronomie und Mathematik bis heute das einzige seiner Art. Nur mit minimalen Abweichungen zeigt die Uhr den genauen Stand der Planeten und der damals bekannten Sterne, als auch Monat, Tag und die korrekte Uhrzeit an. Wenn die Sonne über Straßburg den Zenit erreicht, wird die Apparatur aktiviert, und lässt kunstvoll gearbeitete Figuren, die die Apostel darstellen sollen, vorbeiziehen. Bei jedem vierten kräht der darüber angebrachte große Hahn jeweils ein einzelnes Mal, was die Vergebung der Sünden verdeutlichen soll. Weiter unten ziehen vier weitere Figuren an uns vorüber. Das Kind, der Jugendliche, der Erwachsene und das Greis sollen die vier Abschnitte unseres Lebens verkörpern, die den Lauf Zeit versinnbildlichen.

Kurz vor 13 Uhr verließen wir die Kathedrale und begaben uns erneut nach draußen, wo wir bei enormer Sommerhitze unsere Fragebögen für eine Rally rund um den Platz erhielten. In Gruppen von mindestens drei Personen versuchten wir in teils brüchigem Französisch die

Einwohner nach den Besonderheiten Straßburgs zu fragen, oder sammelten Informationen von Texttafeln oder Plakaten, die an manchen Wänden angebracht waren. Nach einiger Zeit trafen wir uns erneut an unserem vereinbarten Treffpunkt, wo wir die ausgefüllten, oder lückenhaften Fragebögen an unsere Lehrer weiterreichten, die sich später mit der Korrektur und Auswertung besagter beschäftigen würden. Die Schüler mit den besten Exemplaren würden am nächsten Tag Preise für ihre Leistung erhalten. Nachdem alle versammelt waren, begaben wir uns endlich zum lange ersehnten Mittagessen. In einem ulkig eingerichteten Lokal setzten wir uns an lange Holztische und erhielten nach einigen Minuten Wartezeit die von uns bestellten Flammkuchen. Zusätzlich gab es noch ein Erfrischungsgetränk und zwei Kugeln Eis als Nachtisch.
Nach dem wohltuenden Mittagessen teilten wir uns in Gruppen auf und widmeten uns unseren Themengebieten, zu denen wir durch Interwies, Foto- und Videoprojekten oder gezielten Besichtigungen, Präsentationen für den anschließenden Abschluss der Projektwoche anfertigen sollten. Später hatten wir bis 17:30 Zeit zur freien Verfügung. In dieser Zeitspanne konnten wir in Gruppen die Stadt besichtigen, durch Läden bummeln oder auch in dem ein oder anderem Café vorbeischauen.

Pünktlich zur der uns vorgeschrieben Zeit trafen wir uns zum dritten Mal an diesem Tag an dem vereinbarten Treffpunkt, der übrigens eine Laterne im Schatten der Kathedrale darstellte. Im orangerotem Licht der untergehenden Abendsonne machten wir uns auf die Heimreise: mit der Straßenbahn über die deutsch- französische Grenze und mit der Regionalbahn in Richtung Kehl, wo wir in unseren ICE steigen und zurück nach Frankfurt fahren sollten. Leider erfuhren wir, kaum am Bahnhof angekommen, dass unser Zug 70 (!) Minuten Verspätung hatte. Unter ungläubigem Murren verließen wir den Bahnsteig und ließen uns in einem kleinen Park, einige Meter entfernt, nieder. Trotz der späten Uhrzeit hielten sich die Temperaturen standhaft und blieben konstant bei 30°C, was zusammen mit dem verspäteten ICE für einige kleine Furore sorgte. Nach langer Wartezeit begaben wir uns erneut zum Bahnsteig, wo schon bald der Zug einfuhr. Die funktionierende Klimaanlage kam nach dem langen Tag einer Erlösung gleich. Leider war dies noch nicht genug der Abenteuer. Kurz nach 21 Uhr hielt der Zug mitten auf der Strecke und kündigte eine Verspätung von 20 Minuten an. Diese wurden später zu 40 Minuten, und nach einiger Zeit verkündete der Zugführer: „Wegen einem technischen Fehler im System verzögert sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit.“ Mit schockierten Gesichtern verbrachten wir so ca. eineinhalb Stunden im stillstehenden ICE, der sich gegen 22:30 endlich wieder in Bewegung setzte. Nach 40-minütiger Weiterfahrt trafen wir am Frankfurter Hauptbahnhof ein und stiegen etwas später in die Stadtschnellbahn nach Bad Homburg. Teils übermüdet kamen wir Viertel vor zwölf endlich am Ziel an. Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden und nahmen fantastische Erinnerungen an eine abenteuerreiche und interessante Reise nach Straßburg mit.
Reportage von Anna Valdin – Klasse 8b3