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Ein halbes Jahr in Ruanda (Afrika)

Am 28. September 2020 war Ruben Sutterlüty, ehemaliger Schüler am KFG, zu Gast im Erdkunde-LK von Frau Scheidhauer (Q1) und im Englisch-LK von Herrn Wenig (Q3), um über seinen Auslandsaufenthalt in Ruanda in Ostafrika zu berichten.

Schon lange vor seinem Abitur 2019 am KFG war Ruben klar gewesen, dass er bald nach dem Abitur die Gelegenheit nutzen wollte, ganz andere Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen. Mit der Organisation artefact kam er im September 2019 in die Hauptstadt Kigali in Ruanda. Dort gab er Sportunterricht an einer Schule. Ebenfalls unterrichtete er freiwillig Deutsch für 20-30-Jährige. Von diesen jungen Erwachsenen planten viele, einige Zeit in Deutschland zu verbringen. Daneben organisierte er als Freizeitveranstaltungen für die Schüler Tischtennisturniere mit Nachbarschulen. So konnte er viele Einblicke in den Lebensalltag junger Menschen in Ruanda gewinnen.

Vieles ist in Ruanda anders als in Deutschland. Die Wasserversorgung ist zum Beispiel keine Selbstverständlichkeit und so musste Ruben mit anderen Freiwilligen regelmäßig Wasserkanister in seine Unterkunft tragen. „Es ist jedoch interessant, wie eine Gesellschaft dennoch funktionieren kann, auch wenn nicht alles so selbstverständlich vorhanden ist wie in Deutschland“, erklärt Ruben. Zudem sind ihm in Ruanda die offene und aufgeschlossene Art der Fröhlichkeit der Menschen aufgefallen. In manchen Bereichen ist Ruanda auch viel „weiter“ als Deutschland, wenn man diesen Begriff verwenden kann. So sind Plastiktüten absolut tabu und bei der Einreise aus den Nachbarstaaten muss man an der Grenze alle Tüten abgeben. Das konnte Ruben auch selbst erleben, als er von einer kurzen Reise ins Nachbarland Uganda zurückkam.

Viele Menschen denken immer noch, dass in Afrika jedes Land in etwa gleich sei. „Das ist eine falsche Vorstellung,“ erklärt Ruben. „Ruandas Nachbarland Uganda ist in manchen Bereichen immer noch sehr geprägt von den britischen Gesetzen aus der Kolonialzeit zur Zeit von Queen Victoria, während Ruanda im Vergleich dazu viel moderner sei.“ Der Völkermord, der in Ruanda vor etwa 25 Jahren stattfand, sei nicht wahrnehmbar. Damals gab es einen Konflikt zwischen den zwei Bevölkerungsgruppen Ruandas, den Hutus und den Tutzis. „Aber umso länger man im Land lebt, umso mehr spürt man, dass es diesen Konflikt gab, bei dem ja Hunderttausende ums Leben gekommen sind.“

Ruben empfiehlt den KFG-Schülern beider LKs, bei Interesse die Zeit nach dem Abitur zu nutzen, um andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Für Ruben, der jetzt Ethnologie in Frankfurt studiert, war es bei seinem Aufenthalt wichtig, einen ganz anderen Kulturkreis kennenzulernen. Mit seinen Erfahrungen in Ruanda und Uganda haben sich seine Wünsche mehr als erfüllt.

Stefan Wenig