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„All the world´s a stage“ – Shakespeare besucht das KFG

Drei Stunden keinen alltäglichen Unterricht, sondern der Shakespeare-Workshop des English-Theatre. Spannung macht sich breit. Dass Theater ebenfalls recht anspruchsvoll ist und unsere Sprachkenntnisse ordentlich auf die Probe gestellt werden würden, sollten wir erst noch erfahren.

PJ Escobio (Artistic Director & Actor), aus Florida stammend, arbeitete bereits am Theater in New York City. Er spezialisierte sich auf die klassischen Stücke, besonders Shakespeare. Vor 10 Jahren kam er nach Deutschland und bietet nun durch das English Theatre Workshops für Schüler an. Im September konnte ihn das KFG für sich gewinnen, woraufhin er die drei Englisch-Leistungskurse der Q3 ein wenig aufmischte.

Der freie Theaterpädagoge jagte uns praktisch durch die verschiedenen Szenen des „Othello“, welches jeder der LKs behandelt. Natürlich waren wir uns der groben Handlung auf dem Papier bewusst; PJ allerdings zeigte uns, inwieweit man das Stück tatsächlich spüren kann. Im Laufe des Vormittags stand jeder von uns mindestens einmal auf der Bühne; wir schauspielerten, lernten uns durch die Dialoge näher kennen und schufen Bindungen durch unsere Charaktere.

Er ermutigte uns zudem, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen und allen Interpretationen der Figuren eine Chance zu geben. Auch das Analysieren der Texte und Übersetzen ins moderne Englisch brachten uns Shakespeares Gedanken sowie die Besonderheiten seiner Sprache näher. Dessen Wunsch war, Theater allen frei zugänglich zu machen, ganz gleich, wie man sozial steht oder über welchen Intellekt man verfügt. Deswegen war PJ in der Lage, Shakespeares Vermächtnis an die jungen Menschen weiterzutragen und uns auf ganz neue Weise an vermeintlich alte, spießige Texte heranzuführen. Nach der Devise „Der Schauspieler ist zugleich Sportler“ vollführten wir viele Übungen unter vollem Körpereinsatz.

Mit viel Humor und Geduld zeigte er uns somit die Besonderheit des Theaters, welche bis ins 21. Jahrhundert hineinwirkt und von uns nicht vergessen werden darf. Schließlich liegt es auch an uns, künftig weiterhin das klassische Theater zu leben und zu inszenieren.

So waren wir in der Lage, „Othello“ aus einem ganz neuen Blickwinkel wahrzunehmen, welcher uns alleine gar nicht möglich gewesen wäre. Ein Einblick ins Theater ergab breiteres Verständnis von Shakespeares Gedanken, sodass letztendlich auch die Kunst hinter den Texten wahrgenommen werden konnte. Denn durch PJ wurde der künstlerische Aspekt gut verdeutlicht – und wird uns so definitiv in Erinnerung bleiben.

Helena Linsenmaier