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Jüdisches Leben heute: Rafael Herlich zu Gast am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium

Am 29. Oktober öffnete das Hofcafé seine Türen für die Schülerinnen und Schüler des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums. Was die Jugendlichen dort zu sehen bekamen, waren Fotografien, die auf den Stühlen der Bühne und an den Wänden platziert waren und zahlreiche Bilder des „Jüdischen Lebens in Deutschland“ zeigen. Unter anderem sieht man Bilder der Frankfurter Synagoge mit der Einweihung der Thora-Rolle oder Ausschnitte einer Bar-Mizwah Feier oder des Purim-Festes, bei dem ein Kleinkind als Pippi Langstrumpf verkleidet ist.

Auch erzählt Herlich emotional seine eigene Lebensgeschichte, als Sohn einer alleinerziehenden Mutter, auf der Suche nach seinem Vater, wo er letztendlich bei seiner Reise von seinem Halbbruder erfuhr.

Er zeigt ebenso Fotografien aus Auschwitz, bei der er selbst Teile seiner Familie verloren hat.

Die Stühle auf der Bühne mit den Fotografien erzählen die Geschichten der Menschen, die teilweise nicht mehr unter uns sein können, da sie Opfer des Nationalsozialismus wurden.

Über ihnen auf der Leinwand erscheint seine Tochter Orly Herlich, als moderne deutsche Jüdin, die den Wehrdienst für Israel absolviert und nach vorne blickt.

Rafael Herlich, der Künstler und Fotograf, der 1954 in Tel Aviv geboren wurde und ein bekannter Frankfurter ist, präsentierte die verschiedenen Facetten der jüdischen Identität.

Er sprach vor den Kursen und Klassen von Frau Lagies, Frau Wolf, Herr Scholz und Frau Holstein und erklärte, wie es ist,  jüdisch zu sein und mit welchen antisemitischen Vorfällen auch die Jugendlichen seiner Umgebung zu kämpfen haben.

Herlich plädiert für ein offenes, buntes, vielfältiges Miteinander und steht wie kaum ein anderer für die Diversität, nicht nur in Religionsfragen. Erst neulich wurde eine U-Bahn, bebildert mit seinen Fotografien, in Frankfurt durch den Oberbürgermeister Peter Feldmann eingeweiht.

Herr Herlich kommt immer wieder gerne an das KFG, da unsere Schule, wie er sagt, für eine bunte Vielfalt stehe und die Schülerinnen und Schüler interessiert seien, an dem was im interreligiösen Umfeld stattfindet. „Wenn sich jede Schule so für den interreligiösen und interkulturellen Dialog einsetzen würde, wie ihr es tut, dann gäbe es keinen Antisemitismus mehr in Deutschland. Wir würden den anderen kennen und ihn als Menschen sehen“, resümiert Herlich und verlässt die Bühne.

Seine Ausstellung ist bis zum 9. November im Hofcafé zu sehen.

Anne Holstein

Bilder im Text von oben nach unten: Frau Holstein begrüßt den Gast. Herr Herlich erläutert seine Arbeit. Schülerinnen und Schüler stellen die Werke vor.