Auschwitz – „Woran gilt es heute zu erinnern?“

Auschwitz – „Woran gilt es heute zu erinnern?“

Am 29.01.2026 bekamen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 die
Gelegenheit, den Ausführungen von Dr. Ulrich Schneider anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zuzuhören.

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrations- und
Vernichtungslager Auschwitz in Polen. 1996 wurde in Deutschland in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus der 27. Januar – als Jahrestag der Befreiung – zum bundesweiten Gedenktag erklärt. 2005 riefen ihn die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust aus.

Und auch heute – im Jahr 2026 – stellt sich die Frage des Erinnerns und Gedenkens: Wie kann in Zeiten der zunehmenden Fremden- und Menschenfeindlichkeit die gesellschaftliche Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus angemessen wachgehalten werden?
Woran genau gilt es zu erinnern? Wie kann der Umgang mit der Vergangenheit gelingen und wie erreichen wir, dass auch die nachfolgenden Generationen Verantwortung für das Erinnern übernehmen?

Ein Ort der Geschichte und Mahnung

Auschwitz ist weit mehr als nur der Name eines Ortes – es ist ein Symbol für den nationalsozialistischen Völkermord. Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden unter anderem Juden, Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegner und Homosexuelle systematisch ermordet. Der Name steht für das unfassbare Ausmaß industrieller Vernichtung und menschenverachtender Ideologie.

In seinem Vortrag vermittelte Dr. Schneider zunächst historische Fakten zur Entstehung, Entwicklung und Funktion von Auschwitz im Kontext des Nationalsozialismus. Er betonte, wie wichtig es sei, die historischen Abläufe zu verstehen, um das Ausmaß des Verbrechens begreifen zu können. Dabei ging er nicht nur auf die Massenvernichtung ein, sondern auch auf den Aspekt der „Vernichtung durch Arbeit“ – also die brutale Ausbeutung von Häftlingen
für Zwangsarbeit, etwa im IG Farben-Werk in Auschwitz-Monowitz. Er zitierte nicht nur Fakten, sondern berichtete auch von seinen Gesprächen mit Zeitzeugen. Und gerade diese Zitate spiegeln die persönlichen, oft tief berührenden Erfahrungen der Opfer wider. „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschehen ist, aber ihr tragt Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder passiert“, eine Forderung Esther Bejaranos (1924-2021), Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau.

Und auch Herr Manfred de Vries, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, erzählt vom Umgang mit dem Erlebten in seiner Familie.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung mit einem berührenden Klavierstück, dem Auschwitzlied – vielen Dank Luis Yushen Mao (Q1).
Wir bedanken uns ebenfalls für die Förderung durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung.

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