Erinnerung, die bewegt: Zeitzeugen berichten am KFG

Erinnerung, die bewegt: Zeitzeugen berichten am KFG

Am Donnerstag, den 11. September, hatten mehrere Geschichtskurse der Jahrgangsstufe Q1 die Möglichkeit, an einer Zeitzeugenveranstaltung zum Thema Holocaust in der Schulbibliothek teilzunehmen.

Philip Chudy, Sohn von Ellen Rothschild, und Benny Erez reisten anlässlich der Stolpersteinverlegung für die Familie Rothschild mit einigen Angehörigen aus Kalifornien an. Ihre Eltern waren enge Freunde gewesen, was sie erst Jahrzehnte später durch Zufall bei der Recherche über ihre Vorfahren erfuhren. Beide Mütter ließen im Holocaust ihr Leben. Mittels der Verlegung von Stolpersteinen und des Vortrags am KFG wenige Tage später wollten sie an ihre verstorbenen Eltern und Großeltern erinnern. Während des Vortrags berichteten Philip Chudy und Benny Erez von den Herausforderungen, die ihre Familien bewältigen mussten. Die Geschichten der beiden Zeitzeugen machten die damaligen Ereignisse noch greifbarer und zeigten, wie persönliche Schicksale im Kontext der Geschichte stehen. Durch ihre Berichte erhielten wir Einblicke in das Leben der Familien vor, während und nach dem Holocaust, Erfahrungen voller Leid, die aber auch von Hoffnung und Mut zeugten.

Anschließend ergab sich für uns die Gelegenheit, Fragen zu stellen und so ins Gespräch mit allen Gästen zu kommen. Zum Schluss sprachen sie von der Bedeutung, die Erinnerung an diese dunkle Zeit aufrechtzuerhalten. Den Vortrag schloss Philip Chudy mit inspirierenden Worten ab: „History doesn’t repeat itself, but it rhymes. Similar things can happen, but we can learn from the past.“
Diese Aussage hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen, und wird uns auch sicher in Zukunft begleiten, wenn es darum geht, für Toleranz und Menschenrechte einzustehen. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie eng das Schicksal vieler Menschen mit der Geschichte Bad Homburgs verwoben ist und zeigte uns, wie wir das Geschehene in Erinnerung behalten können, um die Zukunft anders zu gestalten.
Wir bedanken uns bei Frau Holte und Herrn Wagner, die uns diese Veranstaltung ermöglicht haben.
(Mariem Cheikh und Emma Steindl, Q1)

Weitere Stimmen zur Veranstaltung:

„Ein Gespräch mit Zeitzeugen ist immer sehr emotional, für beide Seiten. Und auch diesmal hat mich die Geschichte der beiden Familien sehr bewegt. Die vielen Fotos und Erzählungen zu den einzelnen Momentaufnahmen haben uns nochmal näher gebracht, das hinter jedem einzelnen der zahllosen Opfer des Holocaust ein individuelles Leben steht. Oft bleibt nur die Zahl im Kopf: 7.000.000 Opfer. Eine Zahl, die so groß ist, dass man leicht aus dem Blick verliert, dass dies das gemeinsame Schicksal von jedem Einzelnen war. Gerade deshalb haben mich die Einblicke bis in die Kindheit der Vorfahren so berührt. Ebenfalls sehr wichtig zu erwähnen und besonders eindrücklich fand ich die Erzählung vom Tod der Großmutter, die Selbstmord begangen hat. Mich hat dieser Moment tief getroffen, weil er mir die innere Zerrissenheit und große psychische Belastung für die Opfer des Holocaust damals, aber auch für ihre Nachfahren heute, gespiegelt hat. (Frida Conzen, Q1)

Dadurch, dass die Geschichten in Bad Homburg begonnen haben, habe ich einen viel besseren Einblick bekommen und auch einen Bezug herstellen können. Ich finde es sehr wichtig das Geschehene zu thematisieren, damit es nicht in Vergessenheit gerät. (Anna Keppeler, Q1)

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