Forschen für die Medizin von morgen: Christopher (Q3) beim Erfinderlabor in Marburg

Forschen für die Medizin von morgen: Christopher (Q3) beim Erfinderlabor in Marburg

Beim 41. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC) haben 16 hessische Oberstufenschülerinnen und -schüler mit Bestnoten in den MINT-Fächern aus 16 Schulen jüngst eine Woche lang an der Philipps-Universität Marburg zu aktuellen Fragen der Biotechnologie und Arzneimittelentwicklung geforscht. Die 16 Jugendlichen hatten sich in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren durchgesetzt. Insgesamt 196 leistungsstarke Oberstufenschülerinnen und -schüler aus 115 hessischen Schulen hatten sich für die zwei diesjährigen Erfinderlabore des ZFC beworben.

Mit Christopher Jacobs konnte sich auch ein KFG-Schüler im Auswahlverfahren durchsetzen. Er erforschte in Marburg , inwiefern gelbasierte Wirkstoff-Trägersysteme in Nanometergröße gängige medizinische Behandlungsarten erleichtern und verändern können. Hierbei arbeitete er gemeinsam mit drei anderen Schülern aus Hessen an einem mehrtägigen Forschungsprojekt an der Philipps-Universität Marburg. Konkret setzte er Parietin, ein chemisches Molekül, ein, um beispielsweise Fehlbildungen der Blutgefäße durch das Spritzen des Gels zu behandeln. Hierfür entwarf de Gruppe eine vereinfachte Nachbildung des menschlichen Kreislaufs, anhand derer der Umgang mit dem Gel erprobt werden konnte.

Ihre Ergebnisse präsentierten die MINT-Talente bei der Abschlussveranstaltung in der altehrwürdigen Aula der Philipps-Universität Marburg vor 200 Gästen aus Wirtschaft, Bildung und Politik, darunter auch der Hessische Kultusminister Armin Schwarz. Er lobte den Erfindergeist: „Das Erfinderlabor steht für das, was moderne Bildung ausmacht: Neugier wecken, Talente fördern und Potenziale entdecken. Als Bildungsminister ist es mir ein besonderes Anliegen, Leistung zu fördern – und Leistung bedeutet weit mehr als gute Noten. Sie bedeutet Engagement, Ausdauer, Kreativität und die Bereitschaft, sich anspruchsvollen Aufgaben zu stellen. Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher und technologischer Herausforderungen brauchen wir junge Menschen, die Freude am Forschen haben, kritisch denken und bereit sind, neue Wege zu gehen.“ „Wissenschaftliches Wissen allein reicht nicht aus. Man muss es auch so vermitteln können, dass auch Nicht-Fachleute Bedeutung verstehen. Diese Wissenskommunikation brauchen wir in Zeiten von Fake News heute mehr denn je.“ Hob Dr. Thomas Schneidermeier, Vorstand des ZFC, hervor. Das Erfinderlabor fördert nicht nur die MINT-Hochleister, sondern eröffnet auch konkrete Perspektiven für Studium und Beruf. Bei einer Werksführung am Aenova-Standort Marburg erhielten die Jugendlichen am ersten Tag der Workshop-Woche Einblicke in die industrielle Arzneimittelherstellung und mögliche Tätigkeitsfelder in der pharmazeutischen Industrie. Auch die Einblicke in das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie erwiesen sich für Christopher und die anderen Jugendlichen als sehr interessant und hilfreich für die mögliche spätere Berufswahl.

„Was wir heute im Labor erforschen, verändert morgen vielleicht das Leben von Patienten“, zieht Christopher Jacobs als Fazit nach der Woche. Forschung sei essenziell, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stemmen und zu bewältigen. Als Anerkennung für ihre Leistungen erhielten die 16 Teilnehmenden zum Abschluss ein Jahresabo von Spektrum der Wissenschaft und damit die Möglichkeit, auch nach dem Erfinderlabor aktuelle Forschung weiterzuverfolgen.

Die Erfinderlabore sind Teil der ZFC-Initiative „Schule 3.0 – MINT for Future“. Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Klimaschutz, Energiewende und Arzneimittelentwicklung stärker mit dem Regelunterricht an Schulen zu verbinden. Junge Menschen sollen wissenschaftliche Zusammenhänge verstehen, Informationen fachlich einordnen und Perspektiven für Studium und Beruf kennenlernen. Die Initiative soll außerdem dazu beitragen, gezielt verbreitete Fake News im Netz mithilfe von MINT-Wissen zu erkennen und zu bewerten.

Das Zentrum für Chemie (ZFC) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit über 20 Jahren führt das ZFC gemeinsam mit Schulen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Ministerien MINT-Projekte für Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis 19 Jahren durch. Die Einbindung gesellschaftsrelevanter Fragestellungen in den Regelunterricht ermöglicht eine bessere berufliche Orientierung, trägt damit zur MINT-Fachkräftesicherung bei und ermöglicht es, Nachrichten mit MINT-Wissen einzuordnen. Weitere Informationen: www.z-f-c.de

Nach oben scrollen