Unter dem Titel „smart“ hatte der Hochtaunuskreis am vergangenen Mittwoch zum Jahresempfang in den Güterbahnhof eingeladen. Die Keynote-Speech hielt Dr. Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende der Commerzbank einen Vortrag zum Thema „Innovation trifft Tradition: Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Banken“. KI ist eine der Schlüsseltechnologien unserer Zeit – und verändert Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend. Sie bietet enorme Möglichkeiten: von Effizienzsteigerungen über verbesserte Betrugserkennung bis hin zu völlig neuen Ansätzen in der Kundenbetreuung. Doch mit diesen Chancen gehen auch wichtige Fragen einher: Wie können wir Vertrauen in KI aufbauen? Wie schützen wir sensible Daten? Und welche Rolle spielen wir Menschen in einer zunehmend KI-geprägten Welt?
Orlopp verdeutlichte, dass sich rund 40 Prozent des Mittelstands mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt hätten. „Das wird ein Problem“, prognostizierte sie. Denn KI werde alle Bereiche erfassen und deutlich verändern. Dabei könne KI Effizienzsteigerung, Kostensenkung und besseren Kundenservice durch Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen herbeiführen. KI werde auch die Arbeitswelt verändern, heutige Berufe vielleicht überflüssig werden lasen, aber neue erschaffen. Man müsse allerdings die Menschen mitnehmen, vor allem, weil die Sprünge in dieser Technik so enorm seien.
Moderiert von Corinna Egerer sprachen im Anschluss an den Vortrag Dr. Bettina Orlopp, Landrat Ulrich Krebs und KFG-Schulleiter Jochen Henkel über die Möglichkeiten der KI im Bankenbereich, der Verwaltung und der Schule. „Viele Themen gelangen mit großen Nebengeräuschen in die Schule und verschwinden dann nach einiger Zeit wieder ganz schnell. Sicher ist: KI wird bleiben und Schule bzw. Bildung nachhaltig ändern. Ganz klar ist aber auch: Wir stehen da erst am Anfang eines langen Prozesses. Wir versuchen diesen Wandel am KFG aktiv zu gestalten: durch pädagogische Tage zum Thema oder durch die Arbeitsgruppe „KI und Schule“ mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern“, stellte Henkel fest. Lehrkräfte und Schülerschaft benötigten ein Grundverständnis der Funktionsweise von generativer KI. Dieses Wissen helfe zu erkennen, wann der Einsatz von KI sinnvoll ist und fördert ein kritisches Bewusstsein für die Grenzen der Technologie. Dabei gelte immer: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für menschliches Denken oder pädagogische Beziehung. Im Unterricht eröffne sie aber vielfältige Chancen, vor allem auch zur Individualisierung des Lernens.
Die Robotik-AG des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums, verteten durch Konrad Benter, Leonard Richter und Yunsheng Zhao, hatte in der Zwischenzeit schon ihren Roboter zur Demonstration vorbereitet, mit dem sie am Weltfinale der „World Robot Olympiad“ in Singapur teilnehmen werden. AG-Leiter Jan Schuster erläuterte dem Publikum, wie sich die AG Schritt für Schritt am KFG entwickelt hat, welchen Aufgaben die Teilnehmenden sich stellen und wie es gelingt, die Schülerschaft für den MINT-Bereich zu begeistern.
Herzlichen Dank an unsere drei Schüler, dass sie die Robotik-AG zusammen mit ihrer Lehrkraft Jan Schuster vor großem Publikum beim Jahresempfang des Hochtaunuskreises vorgestellt haben. Für das Weltfinale in Singapur im November wünschen wir viel Erfolg!
