Kultur, Sprache und Begegnungen: Austausch mit der Herderschule in Riga

Kultur, Sprache und Begegnungen: Austausch mit der Herderschule in Riga

Aus bekannten Gründen kann  unser Schüleraustausch mit Peterhof derzeit nicht stattfinden. Umso mehr freuen wir uns, dass die Herderschule in Riga, die von vielen Kindern und Jugendlichen aus russischsprachigen Familien besucht wird, eine Partnerschaft mit unserer Schule eingegangen ist. So hatten unsere Schülerinnen und Schüler die besondere Gelegenheit, Russisch nicht nur im Unterricht, sondern auch „live“ anzuwenden – und dabei neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu schließen.

Am 08. September 2025 starteten die beteiligten Schülerinnen und Schüler aus der Q1 und Q3 gemeinsam mit den Lehrkräfte Michael Rabinovych und Zaneta  Twardowska-Gehrke nach Riga. Nach gut zwei Stunden Flug wurden wir von strahlendem Sonnenschein empfangen, der uns bis auf den Freitag treu blieb. In Riga angekommen, wurden die Schülerinnen und Schüler von ihren Gastfamilien sehr herzlich aufgenommen. Die ersten Stunden dienten dazu, anzukommen, sich zu orientieren und die neuen Familien sowie die Stadt ein wenig kennenzulernen.

Am nächsten Morgen begann unsere Woche mit einer Führung durch die Herderschule. Seit zwei Jahren ist die Unterrichtssprache Lettisch, Russisch wird dort als Zusatzangebot angeboten. Anschließend führte uns Herr Soklakovs, Mitglied der erweiterten Schulleitung – durch die historische Altstadt von Riga. Er ist an der Herderschule für das Fach Deutsch zuständig und organisiert außerdem die Schüleraustausche mit Deutschland und Österreich. Besonders beeindruckend war der Besuch des Schwarzhäupterhauses am Rathausplatz. Das prächtige Gebäude, ursprünglich im 14. Jahrhundert errichtet, diente lange der Bruderschaft der Schwarzen Häupter als Versammlungs- und Festhaus. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es in den 1990er Jahren originalgetreu wieder aufgebaut und gilt heute als eines der Wahrzeichen Rigas.

Am Mittwoch stand ein Ausflug nach Jūrmala, den bekannten Kurort an der Ostsee, auf dem Programm. Dort erwarteten uns frische Meeresluft, Fichtenwälder und ein langer, weißer Sandstrand. Zwar war das Wasser schon zu kalt zum Baden, doch der Ausblick auf das Meer war einfach fantastisch. Vom Aussichtsturm genossen wir die beeindruckende Sicht auf Küste und Umgebung und hatten Zeit, gemeinsam die Natur zu erkunden. Der Donnerstag führte uns nach Sigulda, wo wir das Schloss und die Burgruine besichtigten. Die Umgebung präsentierte sich in sattem Grün, und die Landschaft lud zu entspannten Spaziergängen und angeregten Gesprächen ein.

Am Freitag stand das Jugendstilviertel von Riga auf dem Programm. Herr Soklakovs führte uns durch die Albertstraße, deren kunstvolle Fassaden uns sehr beeindruckten. Anschließend besuchten wir das Jugendstilmuseum, das spannende Einblicke in diese prägende Epoche bot. Danach ging es in die lettische Nationalbibliothek, wo wir in einer Graphikwerkstatt kreativ wurden: Gemeinsam zeichneten wir Motive und fertigten anschließend Drucke an. Es war schön zu erleben, wie viel Freude das gemeinsame Arbeiten machte und wie die Schülerinnen und Schüler dabei ihre Talente entdeckten. Ein besonderer kultureller Höhepunkt erwartete uns am Samstagabend im russischen Theater „OCA“. Die Abkürzung steht für „Vereinigung freier Schauspieler“, während „oca“ auf Russisch „Wespe“ bedeutet. Die Aufführung bot uns faszinierende Einblicke in die moderne russischsprachige Theaterkultur in Lettland und regte viele Gespräche über Kunst, Kultur und Alltag in Riga an.

Am Sonntag verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler von ihren Gastfamilien und wir alle von Herrn Soklakovs, bevor wir die Heimreise nach Bad Homburg antraten. Viele Eindrücke, neue Freundschaften und wertvolle Erfahrungen begleiteten uns zurück. Die Woche verging wie im Flug und hinterließ bleibende Erinnerungen.

Nun freuen wir uns schon darauf, unsere Gäste im Februar am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium willkommen zu heißen, ihnen die Schönheiten unserer Region zu zeigen und weitere unvergessliche Erlebnisse zu teilen. Solche Austauschwochen verbinden Menschen, Kulturen und Sprachen auf besondere Weise – und bleiben allen Beteiligten lange in Erinnerung.

Michael Rabinovych

Hier einige Eindrücke von der Riga-Fahrt: 

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