Kunst-Ausstellung „Berührungen“

Kunst-Ausstellung „Berührungen“

Kunst-Ausstellung „Berührungen“ in der StadtBibliothek Bad Homburg- ein Beitrag im Rahmen der Aktionstage „Gemeinsam stark gegen Gewalt“

Mit großem Zuspruch wurde am vergangenen Dienstag die Kunstausstellung „Berührungen“ im Rahmen der Aktionstage „Gemeinsam stark gegen Gewalt“ in der Stadtbibliothek Bad Homburg eröffnet. Sie wird künstlerisch von den zwei lokalen Gymnasien getragen: der Humboldtschule und dem Kaiserin-Friedrich-Gymnasium. Die Lehrkräfte beider Kunstleistungskurse, Thomas Böhm und Nina Salus-Flohr, haben sich mit großem Engagement für das Projekt eingesetzt und tragen damit zur Sensibilisierung für ein Thema bei, das uns alle betrifft.

Eröffnet wurde die Vernissage nach einer musikalischen Einstimmung der Gruppe „Test Gamma“ von der Frauenbeauftragten der Stadt Bad Homburg, Frau Otter, die die Bedeutung künstlerischer Ausdrucksformen für die Aufklärung und Stärkung junger Menschen hervorhob. Oberbürgermeister Hetjes und Stadtrat Ottaviani würdigten in ihren Grußworten den Mut der Schülerinnen und Schüler, sich einem gesellschaftlich hochrelevanten Thema zuzuwenden, und betonten, wie wichtig es sei, Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen und gemeinsam Zeichen gegen jede Form von Übergriff und Abwertung zu setzen.

Die Schülerinnen der Humboldtschule untersuchten in ihren Arbeiten, welche Formen von Gewalt es gibt und welche Spuren sie hinterlassen – körperlich wie seelisch. In experimentellen Arbeiten mit Pappe, einem bewusst verletzlichen Material, das gerissen, geschichtet, getackert und geöffnet wurde, entstanden Körperformen, die zugleich Hülle und Spiegel des Inneren sind. Hinter scheinbar stabilen Oberflächen öffnen sich Risse, Schichtungen und Einblicke ins Verborgene – ein sichtbarer Ausdruck des seelischen Raums, den Gewalt erschüttert.

Die Schülerinnen des KFG zeigen ein breites Spektrum ihrer künstlerischen Arbeiten in eindrucksvollen Bildreihen und Tonskulpturen. Sie betonen, dass Berührungen im Alltag häufig mit Grenzüberschreitungen, Verletzlichkeit und Gewalt verbunden seien, zugleich aber auch Wärme, Nähe und Verbundenheit ermöglichen. In Fotografien und Zeichnungen zeigen sie, dass gerade in kleinen, scheinbar flüchtigen Momenten – einem Blick, einer sanften Handbewegung – eine große emotionale Tiefe sichtbar werden kann. Diese Arbeiten zeigen bewusst die positive Seite von Berührungen und formulieren ein klares „Nein“ zu Gewalt.

Eine besondere Wirkung entfaltet zudem eine figürliche Arbeit aus Gips: Eine menschliche Gestalt, deren fragile Oberfläche auf den ersten Blick Stabilität vermittelt, zeigt bei genauerem Hinsehen feine Brüche. Die Figur thematisiert die Ambivalenz von Berührung – als Geste der Zuwendung, aber auch als Beginn von Gewalt gegen Frauen. Die Großplastik verweist eindrücklich darauf, wie eng äußere und innere Verletzungen miteinander verwoben sind und offenbart, wie wichtig es ist, diese Übergriffe sichtbar zu machen.

Die Fachbereichsleiter beider Schulen, Frau Kremer und Herr Lembach, würdigten die große Kreativität der Schülerinnen und Schüler sowie die langjährige und sehr erfolgreiche Kooperation der beiden Kunstlehrkräfte. Besonders hervorgehoben wurden die einfühlsamen Schülerinformationen zu den Werken, die den Besucherinnen und Besuchern weitere Zugänge eröffneten und die Ausstellung zu einem bedeutenden Beitrag im Rahmen der Aktionstage gegen Gewalt an Frauen machten.

Die Ausstellung im EG und im 1.OG kann während der Öffnungszeiten der StadtBibliothek noch bis zum 15.12.25 besucht werden. Es lohnt sich!

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