Mauern. Gitter. Stacheldraht.

Mauern. Gitter. Stacheldraht.

Die beeindruckende Wanderausstellung „Mauern. Gitter. Stacheldraht.“ über Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft wurde am 3. Februar 2026 im Foyer der Aula eröffnet eine Ausstellung, die schon an ganz unterschiedlichen Orten gezeigt wurde: im Landgericht Rostock, im Landtag in Rheinland-Pfalz, im Abgeordnetenhaus in Berlin, in Vilnius, Litauen, und jetzt bei uns im Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg!
Auf den 17 Stelltafeln erfährt der Besucher Details über die politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ab 1949. Der Zeitzeuge Andreas Bauersfeld aus Hannover führte zur Eröffnung in das Thema ein und stand den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 für Fragen und den Austausch zur Verfügung.

Bauersfeld wuchs in der DDR auf und wurde schon als Jugendlicher von der Staatssicherheit der DDR bespitzelt. Er engagierte sich in der evangelischen Kirche und später in der Friedensbewegung. Die DDR-Staatsgewalt wertete diesen Einsatz als „landesverräterische Nachrichtenübermittlung“. Etwa 18 Monate musste Bauersfeld deshalb ins Gefängnis, auch in Einzelhaft. „Weiße Folter ist eine sehr grausame Art der Folter“, führt er aus. „Sie hinterlässt keine Spuren, weil keine körperliche Gewalt angewendet wird. Aber sie geht auf die Psyche. Und die Familie erfährt Druck.“ Am 14. Juni 1984 wurde er schließlich von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft.

Stimmen zur Ausstellung:
„Die Ausstellung war sehr faszinierend und erschreckend zugleich. Es hat mich sehr zum Nachdenken, aber auch zum Hinterfragen heutiger politischer Systeme angeregt.“ Frida Hubinger

„Mich hat die Ausstellung sehr bewegt und mir noch einmal gezeigt, wie schrecklich die Situation vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland war. Besonders erschreckend fand ich, was den Menschen, vor allem Frauen und sogar Mädchen in meinem Alter, angetan wurde. Ich bin sehr froh, dass wir solche Ausstellungen in der Schule sehen.“ Johanna Debusmann

„Besonders gut fand ich, dass der Zeitzeuge Herr Bauersfeld sehr offen und ehrlich über seine persönlichen Erfahrungen gesprochen hat. Seine Erzählungen haben das Thema nachvollziehbar gemacht und mir so geholfen, die Situation der Menschen in dieser Zeit besser zu verstehen.“ Niklas Kerber

„Ich fand die Ausstellung und die Erzählungen trotz der Melancholie, die darin lag, sehr informativ und wachrüttelnd. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war Herr Bauersfelds Aussage: „Wenn man seine Freiheit verliert, gewinnt man sie nicht so einfach zurück.“ Das fand ich sehr eindrucksvoll, da es uns beauftragt, mit der Freiheit und der Demokratie vernünftig umzugehen, da wir alle uns, unserer Zukunft und den nächsten Generationen gegenüber verantwortlich sind.“ Kian Amirhosseini

Bauersfelds Beispiel ist nur eines von vielen persönlichen Schicksalen der Repression zwischen 1945 und 1990. Diesen Menschen soll mit der Ausstellung ein Gesicht gegeben werden. Zu sehen ist sie bis zum 10. März 2026.
Wir danken auch der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG e.V.) für die Unterstützung. 

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