Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Kunst (E-Phase) und Kinder aus den 5. Klassen des KFGs haben beim Wettbewerb „Kunst aus Schulen des Hochtaunuskreises“ einen 1. Preis gewonnen. Die jahrgangsübergreifende Arbeit mit dem Titel „Zwischen Welten. Einblicke in kleine Utopien und brüchige Wirklichkeiten“, die unter Anleitung der beiden Kunstlehrerinnen Nora Krätke und Margareta Malinotschka entstand, wurde von der Kunstpreis-Jury mit Dr. Ingrid Ehrhardt (Leiterin des Museums Kronberger Malerkolonie), Alexander D. Jackson (Kuratoriumsvorsitzender der Johann-Isaak-von-Gerning-Stiftung) und Gunda Lindner (Kunstverein Bad Homburg Artlantis e. V.) als herausragend eingestuft. Die Auszeichnung würdigt nicht nur die künstlerische Qualität der Arbeit, sondern auch das besondere Konzept der Zusammenarbeit zwischen jüngeren und älteren Lernenden. Die Verbindung aus Fantasie, gesellschaftlicher Reflexion und handwerklicher Präzision überzeugte die Jury.
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Freitag. 20.02., in der Galerie Artlantis wurden die Schulkunstpreise der Johann-Isaak-von-Gerning-Stiftung verliehen. Die KFG-Schülerinnen und Schüler, ihre Lehrerinnen sowie Schulleiter Jochen Henkel konnten sich über die Gewinnerurkunde sowie ein Preisgeld von 500 Euro freuen. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 und der E-Phase hatten gemeinsam eine eindrucksvolle Installation entwickelt, die kleine utopische Rückzugsorte mit dystopischen Zukunftsvisionen in Dialog setzt. In detailreich gestalteten Kästchen entstanden Dioramen zwischen Hoffnung und Verunsicherung, Schutzraum und Bedrohung – inspiriert unter anderem von Textfragmenten aus „Schöne neue Welt“ Welt von Aldous Huxley.
Hier der vollständige Text aus der Wettbbewerbsmappe:
„Die jahrgangsübergreifende Arbeit aus Klasse 5 und der E-Phase lädt zu einer Entdeckungsreise in kleine, verborgene Welten ein. In reliefartig präsentierten Kästchen entstehen Rückzugsorte, die sich aufziehen, verschieben und immer wieder neu betrachten lassen – und dabei unterschiedliche Perspektiven auf unsere Wirklichkeit eröffnen. Jedes Kästchen funktioniert wie ein kleines Fenster: mal in eine heile, mal in eine verwunschene, mal in eine brüchige, mal in eine beunruhigende Welt.
Die jüngeren Schülerinnen und Schüler zeigen in Streichholzschachteln ihre utopischen, hoffnungsvollen Lieblingsorte: farbenfrohe Wohlfühlplätze voller Leichtigkeit, Fantasie und Geborgenheit. Die älteren setzen diesen Bildern in größeren Schachteln die Bedrohungen der modernen Welt entgegen – dystopische Visionen, welche die bunten, fröhlichen Orte infrage stellen oder bedrohen. Als Vorlage für die düsteren Szenarien dienten auch KI generierte Bilder, was auf die stetig voranschreitende Entpersonalisierung verweist, mit der sich Jugendliche konfrontiert sehen. Aus positiven und negativen Zukunftsbildern sind Dioramen entstanden, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Freude und Unsicherheit, Naivität und Ernsthaftigkeit pendeln. Das Nebeneinander von kleinen und großen Formaten, von Schutzraum und Störung, macht die Spannungen sichtbar, in denen junge Menschen heute aufwachsen.
Die Außengestaltung greift Textfetzen aus Aldous Huxleys Roman „Schöne neue Welt“ auf und erweitert den Blick auf Fragen nach Freiheit, Anpassung und dem Wunsch nach einer „perfekten“ Welt. Origamifiguren aus Textelementen vervollständigen die Arbeit und verweisen auf die Freiheit des Denkens und darauf, dass Literatur Räume öffnen kann, in denen alternative Möglichkeiten vorstellbar werden. Gleichzeitig entsteht ein Dialog zwischen Innen und Außen, zwischen Spiel und Ernst, zwischen individueller Fantasie und gesellschaftlicher Wirklichkeit. In dieser Verbindung von Interaktion, Material und Inhalt spiegelt die Arbeit die komplexe Lebenswelt Jugendlicher – zwischen Rückzug und Reizüberflutung, zwischen Sehnsucht nach Sicherheit und dem Wunsch nach Selbstbestimmung – und lädt dazu ein, die Kästchen zu öffnen, genauer hinzusehen, Zusammenhänge zu entdecken und eigene Positionen zu entwickeln.“
Insgesamt nahmen 9 Schulen aus dem Hochtaunuskreis an dem Wettbewerb teil. Es wurden drei erste Plätze vergeben. Neben dem KFG wurden auch das Taunusgymnasium und die Altkönigschule mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Die Preisverleihung war ein rundum gelungener Abend: Zahlreiche Gäste füllten die Galerie, die Atmosphäre war festlich und zugleich herzlich. Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie die betreuenden Kunstlehrerinnen Nora Krätke und Margareta Malinotschka freuten sich gemeinsam über die Anerkennung und den verdienten Erfolg.
Öffnungszeiten:
Mittwoch und Freitag von 15–18 Uhr
Samstag und Sonntag von 11–18 Uhr
Hier noch einige Impressionen von der Preisverleihung und dem Kunstwerk unserer Schülerinnen und Schüler:
