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Schulpatenschaften und Patenkinder des KFG in Kenia

Schulpatenschaften und Patenkinder des KFG in Kenia

15 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums besuchten vom 08.-23. Oktober 2016 für zwei Wochen Kenia, um die seit sechs Jahren bestehende Freundschaft mit zwei Schulen in Musalala im Makueni County (ca. 150 km südöstlich von Nairobi) zu vertiefen. Sie wohnten in Gastfamilien, besuchten den Unterricht und unternahmen mit den kenianischen Jugendlichen gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Jetzt war es an der Zeit, die Schulgemeinde über die bestehenden Partnerschaften zu informieren. Die Keniafahrer/innen erzählten den Klassen 5-9 anhand von Bildern von ihren Erlebnissen in Afrika. Geplant ist eine solche Veranstaltung auch für die Oberstufe.

Alin Koc und Tabea Gerngreif-Bongertz erzählen Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe von ihren Erfahrungen in Kenia.

Im Kontakt mit den kenianischen Schülerinnen und Schülern entdeckten die Bad Homburger Jugendlichen nämlich viel Gemeinsames, z.B. dass sich Vorstellungen und Wünsche bei den Themen Familie, Freundschaft und Liebe trotz manch kulturell bedingter Eigenarten sehr ähneln. Andererseits erfuhren sie ganz konkret, dass die alltäglichen Herausforderungen aufgrund der teilweise bedrohlichen Armut der kenianischen Schülerinnen und Schüler ganz anders sind als bei uns: Wird meine Familie das Schulgeld weiter zahlen können? Werde ich später überhaupt Arbeit finden und würdig leben können? Wird sich das Land politisch so entwickeln, dass mehr Stabilität und Wohlstand entsteht oder wird die Schere zwischen der kleinen Minderheit der Reichen und der großen Mehrheit der Armen noch mehr auseinander klaffen?

So lernten sie in der Begegnung mit ihren neuen Freunden die andere Seite der Welt kennen, von der sie bisher vielleicht gehört oder gelesen hatten, die sie aber nicht wirklich kannten. Im Vergleich stellten sie gleichzeitig fest, dass Menschen, die unter viel schwierigeren Bedingungen als wir in Deutschland leben, dennoch eine große Lebensfreude und Zuversicht ausstrahlen, die uns trotz unserer privilegierten Situation manchmal fehlt. Davon etwas auch zu Hause zu bewahren, das nehmen sie sich vor.

Schlafsaal in der Inyokoni Secondary School. In den blauen Kisten verstauen die Schüler/innen ihre gesamte Habe.

Die Präsentation der Bilder fand in der Aula statt. Die hohe Aufmerksamkeit und zahlreiche Rückfragen der zuhörenden Klassen zeugten vom großen Interesse am Leben unserer kenianischen Partner.

Einweihung der durch KFG-Spenden finanzierten Klassenräume. Im Vordergrund Eva Neidhart und Henriette Clausen mit Schülerinnen der Musalala Secondary School.

Nicht ohne Stolz konnten die Keniafahrer/innen von einigen erfolgreichen Projekten berichten, die dank der Unterstützung der KFG-Schulgemeinde bislang realisiert werden konnten, u.a. die Anschaffung einiger Wassertanks, die Bohrung eines Brunnens zur Selbstversorgung in der Inyokoni Secondary School oder der Bau zweier Klassenräume in der Musalala Secondary School. Besonders beeindruckt zeigten sich die Zuhörer von dem Alltagsleben unserer vier Patenkinder, die von unterschiedlichen Klassen unterstützt werden. Das fünfte Patenkind, Irene, hat die Schule erfolgreich abgeschlossen und beginnt nun eine Ausbildung.

Von KFG-Spenden finanzierter Brunnen in der Inyokoni Secondary School. Clara Peter und Janina Schenk mit Schülerinnen unserer Partnerschule.

 

In Kenia sind die ersten acht Schuljahre (Grundschule) kostenfrei, die letzten vier Jahre (Oberstufe) kosten pro Jahr ca. 500 Euro. Ein Betrag, den viele Familien in Musalala nicht aufbringen können, weshalb zahlreiche Kinder nach der Grundschule den Familien bei der Feldarbeit helfen und sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, statt die Schule zu besuchen.

Wenn ein KFG-Schüler pro Monat einen Euro (Gegenwert eines belegten Brötchens in der Cafeteria) geben würde, wären das im Jahr zwölf Euro, für die Klasse kämen je nach Schülerzahl gut 300 Euro zusammen, so dass zwei Klassen zusammen ohne großen Verzicht den Schulbesuch eines kenianischen Kindes aus Musalala ermöglichen könnten.

 

Christian Schlaud, Markus Scholz

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