Theater am KFG

RemembeRING – Theater über den Holocaust für die Q2

Während die Verbrechen des Nationalsozialismus, allem voran der Holocaust, in reinen Zahlen für viele nicht richtig begreifbar werden, kann durch die Geschichte von Einzelschicksalen häufig ein empathischer und nachvollziehbarer Zugang erzeugt werden. Von einem dieser Einzelschicksale, nämlich der Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Hilb, berichtet RemembeRING, ein Einpersonenstück des La Senty Menti Theaters aus Frankfurt, welches in zwei Aufführungen am Dienstag, den 14.06.2022 am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium aufgeführt wurde.

Als Ersatz für die coronabedingt ausgefallene Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald wurde das Frankfurter Ensemble von Geschichtslehrer Alexander Palchik eingeladen, um den Schülerinnen und Schülern der Q2 einen zusätzlichen Zugang zu den Geschehnissen dieser Zeit zu vermitteln, fernab des herkömmlichen Geschichtsunterrichts. Dabei erfuhren sie durch Hauptdarstellerin Liora Hilb die reale Geschichte des Rings der Großmutter Jenny Hilb, der auf unerklärliche Weise nach ihrem Tod im Vernichtungslager Auschwitz seinen Weg zurück zur Familie in ihrer neuen Heimat Tel Aviv fand. Dieser Umstand löste die intensive Beschäftigung der Hauptdarstellerin mit ihrer eigenen Familiengeschichte aus und involvierte auch ihre Tochter Stella Hilb, die in eingespielten Videos heutige Perspektiven auf den Holocaust und jüdisches Leben in Deutschland präsentierte. So verbindet dieser Ring im Theaterstück die verschiedenen Erzählebenen von vier Generationen der Familie Hilb, welche in einer sehr modernen und künstlerisch stilisierten Erzählweise dem Publikum präsentiert werden.

Nach den etwa einstündigen Aufführungen, die jeweils von einer Hälfte der Stufe verfolgt wurden, konnte in Dialogen zwischen Liora Hilb und dem Publikum auf Interpretationsansätze und zusätzliche Erklärungen eingegangen werden. So wurde sichergestellt, dass trotz nicht-linearer und künstlerisch anspruchsvoller Erzählweise die Sachebene von allen Schülerinnen und Schülern verstanden wurde. Das Theater bot nicht nur Anknüpfungspunkte zum regulären Geschichtsunterricht, sondern sorgte auch für viel Gesprächsstoff, der in den nächsten Unterrichtsstunden noch für viele Diskussionen sorgen wird.

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