Das Fach Geschichte stellt sich vor
Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen.
Winston Spencer Churchill
Jeder Mensch ist in seinem Alltag eingebunden in geschichtliche Bezüge, die seine Einstellungen und sein Handeln prägen. Zugleich begegnet er ständig Interpretationen und Deutungen von Geschichte. Wir als Fachschaft wollen den Schülern altersgerecht und möglichst interessant die Vergangenheit näher bringen und ihnen beibringen, sich kritisch mit historischen Sachverhalten und Entwicklungen auseinander zu setzen. Zudem wird die Sprach- und Lesekompetenz gefördert und der kritische Umgang mit Medien geschult. Somit bietet der Geschichtsunterricht Orientierungshilfe in Gegenwart und Zukunft.
Das Fach Geschichte hat im Land Hessen einen hohen Stellenwert: Bis zum Abitur ist es ein Pflichtfach von der Klasse 6 bis zur Q4 und kann auch als Leistungskurs gewählt werden. Darüber hinaus gibt es an unserer Schule Geschichte bilingual und für besonders interessierte Forscher die Geschichts-AG.
In der Jahrgangsstufe 6 beginnt die Reise in die Geschichte in der Steinzeit und führt über das alte Ägypten bis ins antike Griechenland. Das Imperium Romanum, das Mittelalter und die frühe Neuzeit sind dann Stationen in Klasse 7. In der Klasse 8 stehen Revolutionen und das Streben der Deutschen nach Einheit und Freiheit auf dem Programm. Abgeschlossen wird die Mittelstufe mit den vielfältigen Ereignissen im 20. Jahrhundert.
Im Geschichtsunterricht der Oberstufe wird der Komplexität historischer Vorgänge Rechnung getragen und der europäische „Modernisierungsprozess“ vertiefter behandelt.
Natürlich lernt man nicht nur aus Büchern oder im Klassenraum. Um Geschichte erfahrbar zu machen, sind auch außerschulische Lernorte fester Bestandteil des Unterrichts. Dazu gehören Exkursionen in die nähere Umgebung oder die Fahrten ins Haus der Geschichte Bonn (Klasse 9) und in die Gedenkstätte Buchenwald in der Q2. Zudem finden regelmäßig Zeitzeugenveranstaltungen, Ausstellungen und Projekte statt.
C. Scheidhauer
Regelmäßige Fahrten und Studienexkursionen der Fachschaft Geschichte
Die Fachschaft Geschichte des KFG veranstaltet alljährlich im Sommer eine groß angelegte Exkursion ins Haus der Geschichte nach Bonn. Die große Dauerausstellung „UNSERE GESCHICHTE – Deutschland seit 1945“ wird dabei von allen neunten Klassen des KFG besucht. In der Regel startet der Tagesausflug gegen 7:00 Uhr in Bad Homburg. Mit dem Reisebus geht es dann nach Bonn. Im Haus der Geschichte werden die Schüler von geschulten Museumspädagogen begleitet, die nicht nur Input liefern, sondern die Jugendlichen mittels sokratischer Gesprächsführung auch aktiv einbinden. Die Ausstellung, welche vorwiegend aus gegenständlichen Primärquellen besteht, gewährt den Schülern Einblicke in die Erfahrungswelt verschiedener Nachkriegsgenerationen. Der Umgang mit der NS-Vergangenheit nach dem Krieg, Wiederaufbau, die Teilung Deutschlands, Wirtschaftswunder, der Ost-West-Konflikt und die bipolare Weltordnung sind nur einige Wegmarken, die die Teilnehmer dabei passieren. Die Museumspädagogen gehen auch auf lebensweltliche Bezüge und Interessen der Jugendlichen ein. Die sexuelle Emanzipation der späten 60er Jahre ist dabei ein Aspekt unter vielen, der ganz konkret aufzeigt, wie Geschichte auch in privatpersönliche Lebenswirklichkeiten der heutigen Zeit hineinwirkt. Auch die Bedeutung von Sportereignissen für das Zusammenhalten und -wachsen der deutschen Nation wird thematisiert. Das Wunder von Bern, Olympia ’72 oder auch die Fußballweltmeisterschaft 2006 sind Stationen, die den sportinteressierten Schülern die enge Verknüpfung von Sport und Gesellschaft aufzeigen. Nach den Führungen im Haus der Geschichte besuchen die Klassen einige Stationen auf dem „Weg der Demokratie“ und können somit auf den Spuren der „alten Bundesrepublik“ durch das ehemalige Regierungsviertel wandern. Bei gutem Wetter machen die Lerngruppen anschließend einen Spaziergang entlang der Rheinpromenade in Richtung Innenstadt. Dort können sich Schüler und Lehrkräfte noch einmal stärken, bevor am späten Nachmittag der Heimweg angetreten wird.
Stephan Ludwig
Wider das Vergessen richtet sich die jährliche Exkursion des jeweiligen Jahrgangs Q2 in die Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald. Im Schuljahr vor dem Abitur behandeln die Lernenden das Thema Nationalsozialismus erneut und vertieft im Geschichtsunterricht. Die Exkursion ergänzt den schulischen Unterricht um die Eindrücke am Erinnerungsort der Gedenkstätte Buchenwald. Die Lernenden erfahren dort in einem Film die Geschichte des KZ Buchenwald, erkunden einen Tag lang in Führungen und selbständig das Lagergelände und besichtigen die Ausstellung im Museum.
Die gemeinsame Studienfahrt mit der Fachschaft Deutsch bietet zudem die Gelegenheit, die räumliche Nähe dieses Konzentrationslagers zu einem der wichtigsten Orte deutscher Kultur zu veranschaulichen: Am ersten Tag der Fahrt wandeln die Lernenden in Weimar auf den Spuren der Weimarer Klassik, wenn sie u.a. Goethes Wohnhaus besichtigen. Vom ehemaligen Lagerplatz des KZ Buchenwald auf dem Ettersberg blicken die Lernenden am nächsten Tag auf die Stadt Weimar hinab.
Weitere Projekte und Wettbewerbe der Geschichtsfachschaft
Aktuelles „denkmal aktiv“ – Projekt
In diesem Schuljahr 2025/26 nimmt das KFG erneut an dem Programm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz teil. Mehrere Lerngruppen erforschen unter der Leitung der Lehrkraft Isabella Michel und in Zusammenarbeit mit den Hessischen Schlössern und Gärten die Geschichte des Gartenpavillons „Rohrhäuschen“ im Bad Homburger Schlosspark. Nähere und aktuelle Informationen findet man auf der Homepage des KFG unter „Aktuelles“ und der Projekthomepage von „denkmal aktiv.
Das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium hat eine langjährige Tradition der Teilnahme am Schulprogramm „denkmal aktiv“ der Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Nach einer Pause fand die letzte Teilnahme im Schuljahr 2021/22 statt. Damals erforschten noch unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie Lernende des KFG die Geschichte des Taunus-Sanatoriums und der Gründerfamilie Dr. Siegfried Goldschmidt. Unter anderem die damalige Lateinklasse 9ac, der Geschichteleistungskurs und eine eigens gegründete Arbeitsgemeinschaft mit Lernenden unterschiedlicher Jahrgangsstufen erkundeten die Spuren der jüdischen Geschichte in Bad Homburg bei einem historischen Stadtspaziergang zum ehemaligen Standort der zerstörten Synagoge und zum jüdischen Friedhof. Die Neuntklässler putzten Stolpersteine und bauten ein Modell der „Villa Goldschmidt“ für die Ausstellung. Die Arbeitsgemeinschaft recherchierte den Stammbaum der Familie Goldschmidt, die Geschichte des Taunussanatoriums und dessen Alleinstellungsmerkmale, z.B. als Kurdomizil für jüdische Gäste mit koscherer Küche. Arbeitsteilig bereiteten die Lernenden eine Ausstellung vor, die vor den Sommerferien eröffnet wurde. Als Anerkennung für ihre Leistungen wurde den Lernenden der im Jahr 2023 der Förderpreis zum Saalburgpreis verliehen.
Informationen zu den bisherigen und geplanten Zeitzeugenveranstaltungen der Fachschaft Geschichte finden Sie auf der Homepage des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums unter „Aktuelles“.
Informationen zu den bisherigen und geplanten Veranstaltungen der Fachschaft Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Arolsen-Achiv finden Sie auf der Homepage des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums unter „Aktuelles“.
“Nie wieder ist jetzt“ lädt als Motto zur Haltung gegen Antisemitismus ein und mahnt zur Erinnerung an die Opfer der Shoah. Lernende des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums im Fach Geschichte und Religion pflegen mehrmals im Jahr, beispielsweise anlässlich des Novemberpogroms und des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar, eine besondere Gedenkkultur, indem sie „Stolpersteine“ in der Stadt Bad Homburg putzen. Regelmäßig mit Herrn Juretzek vom Verein Stolpersteine Bad Homburg e.V. erkunden die Lernenden bei einem Erinnerungsgang durch Bad Homburg die ehemaligen Wohnorte der als jüdisch verfolgten Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Bad Homburg, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. Einige der Stolpersteine werden bei diesem Rundgang als Mahnmale gewürdigt und geputzt zum Andenken an die Menschen, die unter diesen Adressen ihren letzten freiwilligen Wohnort in Bad Homburg hatten. Um dem Leben und Leiden der Betroffenen in der NS-Zeit zu gedenken, lesen die Lernenden zudem die Biografien ebendieser Menschen, denen die Stolpersteine gewidmet sind. Im Jahr 2026 putzten einige Lernende des KFG übrigens ein weiteres Mal als ein Zeichen gegen eine antisemitische Beschädigung eines Stolpersteins: „Nie wieder ist jetzt!”
- Konzertlesung
- Besuch der Synagoge
- Stadtspaziergang: Erinnerungsorte in Bad Homburg
- Schulinterne Ausstellung zum Mauerfall






